@ste­fa­nie_hutschig

Lauf der Dinge

Do, 29. September 2022 um 18:00 Uhr
30.September - 13.November 2022
Mittwoch - Sonntag 11-17.00 Uhr

KUNSTHALLE / Dessau
Ratsgasse, 06844, Dessau-Rosslau
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In der Kunst­halle Dessau
die Ausstel­lung Der Lauf der Dinge

Das Ausstel­lungs­kon­zept ist weit mehr als eine Fort­s­et­zung des Kurses Der Lauf der Dinge, den Profes­so­rin Katrin Günther im vergan­ge­nen Jahr am Fach­be­reich Design an der Hoch­schule Anhalt Dessau initi­ierte – es ist eine “Ketten­re­ak­tion”, die in der Kunst­halle Dessau präsen­tiert wird. Das seit Neus­tem sanierte Gebäude befin­det sich direkt zwischen dem Bauhaus Museum und dem Dessauer Rathaus.

In ihrem Semi­nar ermu­tigte Günther die Studie­ren­den, die Möglich­kei­ten des künst­le­ri­schen Schaf­fens mit verschie­de­nen Medien zu erkun­den. Die Studie­ren­den teil­ten sich unab­hän­gig vonein­an­der in drei Grup­pen auf, krei­er­ten Kostüme, Sound- und Musik­kom­po­si­ti­o­nen, wähl­ten Orte in der Stadt und entwi­ckel­ten an diesen verschie­de­nen Stati­o­nen in Dessau ihre Perfor­man­ces. Keine der Grup­pen teilte ihre Ideen mit der ande­ren. Dieses zweck­freie künst­le­ri­sche Spiel kam erst als Ganzes zusam­men, als die Filme gedreht wurden. Im fina­len Clip wird sicht­bar, wie die “Dinge” entste­hen, wenn man dem krea­ti­ven Geist seinen freien “Lauf” lässt.
Der Titel ist inspi­riert vom 16-mm-Kunst­film Der Lauf der Dinge, den das Schwei­zer Künst­ler­duo Peter Fischli und David Weiss im Jahr 1987 schuf. Der Film wurde auf der docu­menta 8 in Kassel hoch gelobt und befin­det sich heute in der Samm­lung des Museum of Modern Art (MoMA) in New York. Der Film zeigt Alltags­ge­gen­stände, die im Raum posi­tio­niert und durch eine Reihe von Ketten­re­ak­ti­o­nen zum Leben erweckt wurden. Die Zuschauerinnen werden durch den gesam­ten Prozess der Unvor­her­seh­bar­keit und des Zufalls geführt.
Die vier Künst­ler
innen, die einge­la­den wurden, im Herbst in der Kunst­halle auszu­stel­len, sind Teil dieses Ereig­nis­ses. Jede/r von ihnen arbei­tet mit verschie­de­nen Medien und Gedan­ken­pro­zes­sen. Keine/r der Künst­lerinnen wird die Werke vor der Ausstel­lungs­er­öff­nung zeigen oder Gedan­ken dazu mit den ande­ren teilen. Die Kura­to­rin wird jede/n Künst­lerin indi­vi­du­ell bera­ten und beglei­ten, was die Posi­tion der Werke im Raum betrifft. Erst in der Zeit des Aufbaus wird dieses Kuns­t­er­eig­nis deut­lich.

Dieser künst­le­ri­sche Kreis besteht aus dem fran­zö­si­schen Maler Emma­nuel Born­stein (1986), der mit seinen Themen und farben­präch­ti­gen Bildern in die Geschichte eintaucht und uns über unsere Zukunft erneut zum Nach­den­ken bringt. Die US-ameri­ka­ni­sche Künst­le­rin Michelle Jezierski (1981) beschäf­tigt sich in ihren licht­durch­flu­te­ten Land­schafts­kom­po­si­ti­o­nen mit räum­li­chen Bezü­gen. Der kore­a­ni­sche Künst­ler Shinoh Nam (1993) zeich­net, baut, erforscht mit verschie­de­nen Mate­ri­a­lien und über­trägt seine Ideen auf Papier oder nutzt diese für seine unde­fi­nier­ba­ren Skulp­tu­ren. Die Arbei­ten der mexi­ka­ni­schen Künst­le­rin Beatriz Mora­les (1981)tragen zu einer laufen­den Unter­su­chung von Iden­ti­tät bei. Die Arbei­ten, die auf eine Lein­wand oder Agave­fa­ser, natür­li­che Pigmente und Leinen auf Jute über­tra­gen, offen­ba­ren ein Stück ihrer Heimat. Was diese Künst­ler*in­nen verbin­det, ist die Freude am Expe­ri­men­tie­ren und zugleich sich einer – in der Geschichte – so wich­ti­gen Stadt Dessau anzu­nä­hern. Ein ebenso wich­ti­ger Beitrag ist die Zusam­me­n­a­r­beit mit den Studie­ren­den der Hoch­schule Anhalt, die im Rahmen eines Sommer­se­mes­ters den Kurs Kura­to­ri­sche Praxis und Ausstel­lungs­de­sign, den Esenija Bannan unter­rich­tet, bele­gen und in den Vorbe­rei­tungs­pro­zess mit einbe­zo­gen werden. Ein Teil dieses krea­ti­ven Prozes­ses wird die Gestal­tung des Ausstel­lungs­pla­kats sein.
Die Verbin­dung von Kunst und Raum und Einbin­dung von Studie­ren­den sind Teil der Zukunfts­ideen für die Kunst­halle in Dessau. Die versam­melte künst­le­ri­sche Gemein­schaft, die inter­na­ti­o­nal aktiv ist und zum ersten Mal in diesem Kontext Ihre Werke in Dessau präsen­tiert, wird in Verbin­dung mit den neuen Lern­pro­zes­sen der Studie­ren­den, ein Expe­ri­ment und ein Ange­bot zugleich.

Kura­to­rin Esenija Bannan.

Kunst­halle Dessau Cura­to­rial Concept Cura­tor Esenija Bannan

The Way Things Go

The exhi­bi­tion The Way Things Go at the Kunst­halle Dessau is -in a way- a conti­nua­tion and a “chain reac­tion” to a course that Profes­sor Katrin Günther taught last year at the Anhalt Univer­sity of Applied Sciences, Bauhaus Campus in Dessau. In her course, she encou­ra­ged students to explore the poten­ti­als of crea­ting art using diffe­rent media. The students divi­ded in three groups, each group crea­ting analog drawings, sculp­tu­ral models and perfor­mance pieces; none of them sharing their ideas with the other group prior to crea­ting a film where their ideas came together. The final result is a film depic­ting just The Way Things Go, when you let the crea­tive spirit flow and don’t think about anything but art itself.

The title of the course and exhi­bi­tion is inspi­red by the 6 mm art film The Way Things Go (German: Der Lauf der Dinge) by the Swiss artist duo Peter Fischli and David Weiss from 1987. The film was highly prai­sed and well recei­ved at the docu­menta 8 in Kassel, Germany and is now in the perma­nent collec­tion in the Museum of Modern Art (MoMA) in New York. The film encom­pas­ses every-day and debris objects, that come to life through a series of chain reac­ti­ons incor­po­ra­ting the space, while simul­ta­neously guiding the viewer through the entire process of unpre­dic­ta­bi­lity and chance.

The four artists invi­ted to exhi­bit at the Kunst­halle this fall are part of this crea­tive approach. Each artist works indi­vi­du­ally and sepa­ra­tely in their own media and style. None of the artists will show their works, or share thoughts and ideas about their working process with one another before the instal­ment of the exhi­bi­tion. The cura­tor will advise and guide each artist perso­nally regar­ding the posi­tion of the works in the Kunst­halle. It is only during the time of the instal­la­tion that this crea­tive approach will become clear. This arti­stic circle consists of the French pain­ter Emma­nuel Born­stein (1986), whose themes and color­ful images immerse us in history and at the same time make us think about our future. U.S. artist Michelle Jezierski (1981) explo­res spatial refe­rences in her light-filled lands­cape compo­si­ti­ons. Korean artist Shinoh Nam (1993) draws, builds, explo­res with various mate­ri­als and trans­fers his ideas to paper or uses them for his inde­fi­na­ble sculp­tu­res. The art pieces of Mexi­can artist Beatriz Mora­les (1981) contri­bute to an ongoing inves­ti­ga­tion of iden­tity. Her color­ful and emotive pain­tings crea­ted on canvas or agave fiber, natu­ral pigments and linen on jute, reveal a piece of her home­land. What these artists have in common is the joy and free­dom of expe­ri­men­ta­tion and their crea­tive approach to the history of Dessau.

An equally import­ant contri­bu­tion is the colla­bo­ra­tion with the students of the Anhalt Univer­sity of Applied Sciences, who are taking the course Cura­to­rial Prac­tice and Exhi­bi­tion Design, taught by Esenija Bannan, during a summer semes­ter and will be invol­ved in the prepa­ra­tion of the exhi­bi­tion. Part of this crea­tive process will be the design of the exhi­bi­tion poster. Connec­ting art and space and working with students are part of the future ideas for the Kunst­halle in Dessau.

Invi­ting inter­na­ti­o­nally active artists to present their work in this context and in Dessau for the first time and invol­ving students along the way, is an expe­ri­ment and at the same time a unique offer for the future of the Kunst­halle.