Fried­rich Einhoff Figur mit Objekt, 2012, Acryl/Sand auf Karton, 15×15cm

Frie­d­rich Einhoff Male­rei

Sa, 12. September 2020 um 17:00 Uhr
12.September - 18.Oktober 2020
Dienstag - Sonntag 10 -17.00 Uhr

In der Orangerie der Anhaltischen Gemäldegalerie, Puschkinallee 100, Dessau
Puschkinallee 100, Dessau
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Der Anhal­ti­scher Kunst­ver­ein Dessau stellt Fried­rich Einhoff aus. 1922/23 Besuch der Kunst­ge­wer­be­schule in Gelsen­kir­chen . Nach dem Studium lehrte Einhoff zunächst an der Schule für Grafik und gestal­tende Gewerbe in Frank­furt am Main, dann von 1927 bis 1929 an der Gewer­be­schule in Rostock. 1929 kehrte er vorüber­ge­hend nach Frank­furt zurück, bis es ihn dann 1935 an die Kunst­ge­werbe- und Hand­wer­ker­schule Magde­burg zog, wo er die Stelle des Direk­tors annahm. In den 1930ern hatte er Betei­li­gun­gen an Auss­tel­lun­gen in Berlin, Magde­burg, Frank­furt und Dessau. Ab 1938 entwi­ckelte er eine Reihe von Stadt­an­sich­ten, die er 1959 in der Grup­pen­aus­stel­lung Das Magde­bur­ger Stadt­bild in sechs Jahr­hun­der­ten ausstellte.

Kurz vor Ende des Krie­ges wurde Einhoff einge­zo­gen. Er erlitt eine schwere Verwun­dung und wurde in briti­sche Kriegs­ge­fan­gen­schaft genom­men. 1946 wurde er entlas­sen und arbei­tete wieder als Maler und Grafi­ker in Soltau und Frohn­hau­sen.
1968 wurden Einhoffs Werke in Laon, Lüne­burg, Berlin und Soltau ausge­stellt. 1962 beschlag­nahmte das Kultur­his­to­ri­sches Museum Magde­burg Einhoffs Früh­werk aus den Jahren 1922 bis 1934, das sich in einem Magde­bur­ger Keller bei Freun­den befand und nach deren Flucht in den Westen entdeckt wurde. Erst nach Einhoffs Tod 2018 wurden diese Werke 1991 in einer Auss­tel­lung in Soltau erst­mals präsen­tiert.

Post­hum wurden Einhoff Arbei­ten auch noch im 21. Jahr­hun­dert in zahl­rei­chen weite­ren Auss­tel­lun­gen u. a. in Frank­furt, Gelsen­kir­chen, Ober­hau­sen, Emden und Essen, 2019 in der Samm­lung der Hambur­ger Kunst­halle, ausge­stellt.

Einhoff gehört seit den 1960er Jahren als Maler und Zeich­ner sowie als prägen­der Lehrer jünge­rer Künst­ler_innen an der Hoch­schule für ange­wandte Wissen­schaf­ten zu den wich­ti­gen Persön­lich­kei­ten der Kunst­szene in Hamburg. Seine Werke in verschie­dens­ten künst­le­ri­schen Tech­ni­ken krei­sen stets um das Bild des Menschen mit seinem ambi­va­len­ten und fragi­len Wesen. Seine Figu­ren treten einzeln oder als Grup­pen auf, ihre verfrem­de­ten Gesich­ter verschmel­zen mit der Umge­bung.

Seine Zeich­nun­gen kamen mit priva­ter Unter­stüt­zung in die Samm­lung des Kupfer­stich­ka­bi­netts der Kunst­halle, wo sie ein dort bereits vorhan­de­nes Konvo­lut früher Zeich­nun­gen Einhoffs ergän­zen und sich nun ein Bestand von mehr als 70 Werken aus allen Schaf­fens­jah­ren des Künst­lers befin­det.

Die Auss­tel­lung wird mit Unter­stüt­zung der LEVY Gale­rie Hamburg durch­ge­führt.