„Also for Adults“ – Auch für Erwach­­sene : zeit­­ge­nös­­si­­sche Sinn­­lich­keit in der Kunst

Fr, 18. Oktober 2019 um 17:00 Uhr
18.Oktober - 8.Dezember 2019
Dienstag-Sonntag 10-17.00 Uhr

In der Orangerie der Anhaltischen Gemäldegalerie, Puschkinallee 100, Dessau
Puschkinallee 100, Dessau
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Wieso schwingt bei künst­le­ri­schen Darstel­lun­gen nack­ter Männ­lich­keit immer das Homoe­ro­ti­sche oder bei Frauen immer das Porno­gra­fi­sche mit? Was lösen Bilder von nack­ten Männern von nack­ten Frauen aus, bei Männern glei­cher­ma­ßen wie bei Frauen? Wo kippt die Rezep­tion? Es gibt keine einfa­che Antwort auf diese Fragen. Die Beschäf­ti­gung mit ihnen kommt einem Marty­rium gleich: sie ist quälend und lang­wie­rig, aber über­fäl­lig. Eine Lebens­auf­gabe, natür­lich nicht nur der Kunst. Es scheint, als fühl­ten Männer sich in ihrer Männ­lich­keit bedroht, wenn sie mit dem Bild eines ande­ren nack­ten Mannes konfron­tiert werden. Im Umkehrschluss heißt das: Bilder von Frauen, ob in der Werbung, in den Medien, in der Kunst, dienen der Stimu­la­tion und Aufwer­tung des eige­nen männ­li­chen Egos. Als würde die gesell­schaft­li­che Kondi­tio­nie­rung auf das Macho-Sein jede andere Form von Körper­lich­keit, gelebte und gese­hene, verbie­ten. Das fängt an bei der Bild­zei­tung und dem Play­boy und hört bei den Harvey Wein­steins dieser Welt auf. Wieso ist es nicht möglich, einen nack­ten Körper neutral zu betrach­ten? Ohne unter­be­wusste Wertung oder Kate­go­ri­sie­rung? Denn im Grunde sind die Bilder und die Skulp­tu­ren nur das: Porträts von nack­ten Menschen, aber dies­mal eben vor allem von Frauen. Wir haben … Männer in der Auss­tel­lung.

Wir möch­ten Ihnen, in einer gene­ra­ti­ons­über­grei­fen­den Grup­pen­aus­stel­lung sehr unter­schied­li­che künst­le­ri­sche Posi­tio­nen zeigen.

Einfüh­rung: Andreas Albrecht, Schrift­stel­ler. Er verfasst Erzäh­lun­gen, Hörspiele und Lyrik.

Lesung:Ulrike Stöhring

Am 9.Novem­ber um 16.00 Uhr liest Sie aus ihrem Best­sel­ler – Vielen Dank für alles: Tren­nung – glück­lich über­lebt:

An einem idyl­li­schen August­abend eröff­net ihr Mann ihr bei einem Glas Wein, dass er sie wegen einer ande­ren verlas­sen wird. Ulrike Stöhring, Anfang fünf­zig, einer Gene­ra­tion zuge­hö­rig, in der zwischen Versor­gungs­ehe und femi­nis­ti­scher Guerilla alles möglich schien, fehlt ihr zunächst jede Idee, wie es weiter­ge­hen könnte. Sie geht zur Tantra-Massage, nimmt sich einen fran­zö­si­schen Lieb­ha­ber, spricht mit glück­li­chen Frauen und mit Männern, die verlas­sen haben. Dem klas­si­schen Trau­er­jahr, das auch ein Wutjahr ist, folgt ein Jahr voller Wand­lun­gen und Perspek­ti­ven. Und am Ende wird sie, was sie vor der Tren­nung nicht war: eine glück­li­che Frau.