Franz Johannknecht „o.T.”, ohne Jahr, Collage (Tusche,Buntpapier), 21,3x34cm

Franz Johannknecht

Do, 11. Mai 2017 um 19:00 Uhr
11.Mai - 3.Juni 2017
Mittwoch -Sonnabend 14-17.00 Uhr

Anhaltischer Kunstverein Dessau e.V. im - kunstRaum22 - in der Askanische Strasse 22
Askanische Straße 22, Dessau
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Der Anhaltische Kunstverein Dessau stellt den Maler, Grafiker und Bildhauer Franz Johannknecht aus, der 1903 in Düsseldorf geboren, von 1938 bis zu seinem Tod 1974 in Dessau gelebt hat.

Nach einer Lehre als Technischer Zeichner studiert Franz Johannknecht ab 1928 an der Düsseldorfer Kunstakademie vorrangig Bildhauerei, fällt 1933 unter das Verdikt der „Entartung” und wird mit Berufsverbot belegt. Er malt zunächst vor allem Landschaften in Aquarell und Tusche in stilistischer Nachfolge des rheinischen Expressionismus. 1951 wird er in den Verband Bildender Künstler aufgenommen und seine Kunst wird in Dessau und Halle ausgestellt. Er ist anerkannt. Wenige Jahre später, mutmaßlich 1956 oder 1957, wird er aus dem VBK wieder ausgeschlossen.

Dann treten vermehrt abstrakte Arbeiten im Stile des Informel in den Vordergrund, parallel zur Kunstentwicklung im Rheinland, wo Franz Johannknecht zu jener Zeit noch regelmäßig seine Verwandten besucht. Zwangsweise abgeschnitten vom staatlich geregelten Kunstsystem der DDR setzt Franz Johannknechts produktivste Schaffensphase ein. Weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit entstehen nun in den Jahren bis zu seinem Tod 1974 unzählige Tuschezeichnungen, Collagen, eine Vielzahl an Hinterglasbildern, in denen er ebenfalls die Collagetechnik anwendet, Linolschnitte sowie Entwürfe für Glasfenster, Wandbilder und Wandteppiche. Fließend gelingt ihm dabei der Übergang vom Gegenständlichen ins Ungegenständliche.

Viele Arbeiten Franz Johannknechts sind christlich motiviert, von denen so manche den Einfluss der theologischen Schriften von Pierre Teilhard de Chardin erkennen lassen. Er pflegt enge Kontakte zu evangelischen und vor allem katholischen Theologen, die ihm zu einigen Aufträgen verhelfen; vor allem machen sie es möglich, dass Kirchenfenster nach seinen Entwürfen für St. Johannis in Dessau, St. Marien in Zschopau und das Priesterseminar in Neuzelle verwirklicht werden. Ebenso oft aber bleibt es bei Entwürfen, etwa für Chorfenster für St. Anna in Köthen oder für die Auferstehungskirche in Dessau. Kann Franz Johannknecht in der DDR nur noch einmal, 1963 in der evangelischen Studentengemeinde in Halle, ausstellen, so werden seine Arbeiten bereits 1965 in einer Galerie in Leverkusen gezeigt, allerdings anonym. Vermittelt durch Freunde erhält er dann zu seinem 70. Geburtstag, 1973, eine Ausstellung in einer Galerie im westfälischen Hagen, wo die Presse ob des Präsentierten regelrecht jubelt, und anschließend in Xanten. Gezeigt werden hier unter anderem Graphitpapierscherenschnitte der mehr als 20 Blatt umfassenden Serie „Passio” von 1971/72, die zu Franz Johannknechts beeindruckendsten Kunstwerken gehören. Anschließend folgen Ausstellungen vor allem in kirchlichen Räumen aber auch in der Dessauer Gemäldegalerie und im Museum Schloss Bernburg. Und auch das Kunstmuseum Kloster Unser lieben Frauen Magdeburg, das in den letzten zehn Jahren zahlreiche Arbeiten mit Unterstützung der Freunde und Förderer des Kunstmuseums und durch private Schenkungen erhalten hat, besitzt einen grossen Teil des Nachlasses.